Fraureuth Werdau Zwickau Sachsen Landesgrenze  Pension
Silbermannorgel

Als 1733 die alte Kirche zu Fraureuth für die anwachsende Gemeinde zu klein geworden war, wird sie abgerissen und durch einen größeren Neubau ersetzt. Das alte vorhandene Positiv, eine Kleinorgel ohne Pedal, genügte den Ansprüchen nun nicht mehr. 1739 entschloß man sich, eine neue Orgel bauen zulassen. Zu gleicher Zeit war der bedeutendste Vertreter der Orgelbaukunst, Gottfried Silbermann, in der damaligen Residenzstadt Greiz damit beschäftigt, in der Stadtkirche ein neues Orgelwerk aufzustellen. Am 20. März 1739 schloss man schließlich einen Orgelbauvertrag mit ihm ab, den Silbermann an Michaelis 1742 einlöste. Im Vertrag enthalten waren Angaben über die Disposition, das Material, den Übergabetermin und die Kosten. Silbermanns Neffe, Johann Georg Silbermann, verpflichtete sich zur Vollendung des Werkes für den Fall des vorzeitigen Ablebens des Meisters.

Am 1. Advent, dem 2. Dezember 1742 fand die feierliche Einweihung statt. Anwesend waren dabei auch die Reußischen Räte von Unter-Greiz. Überprüft und abgenommen wurde die Orgel von dem Greizer Stadtschreiber und Organisten Johann Gottfried Donati.

Für 1219 Taler damaligen Lohnes nannte die Gemeinde Fraureuth eine Silbermannorgel nun ihr eigen. Sie ist seitdem in ihrem Original erhalten geblieben und eine der am besten erhaltenen unter den derzeit noch vorhandenen Instrumenten des großen Meisters.

Kleinere Reparaturen wurden 1850, 1862 und 1916 notwendig. 1928 wurden alle Pfeifen gereinigt und gestimmt. Glücklicherweise wurden nicht, wie geplant, drei neue Pfeifen eingebaut. Durch das Umhängen der Mechanik wurde die Stimmung der Orgel um einen halber Ton herabgesetzt - die Orchesterstimmung war hergestellt. Das große "C" war dadurch ausgefallen. 1952 wurde es dann für sämtliche Register ergänzend eingebaut. Die Erhaltungsarbeiten wurden seit 1928 von der Orgelbaufirma Jehnlich, Dresden, durchgeführt. Als Betreuerin der Silbermann-Orgel hat sie sie in einer Generalüberholung in allen ihren Teilen ohne Veränderung der Originalsubstanz instandgesetzt. Aufgrund des Instrumentenwertes als Denkmal wurde diese bisher Ietztdurchgeführte Erhaltungsarbeit in dankenswerter Weise mit Staatsmitteln finanziert.

1980 wurde durch den Restaurateur Thümmler, Gera und Malermeister Kretschmar, Gauern die barocke Ornamentmalerei, die im unteren Teil des Orgelgehäuses überstrichen worden war, wiederhergestellt.

Seit 1952 wurde die Silbermann-Orgel zu Fraureuth durch zahlreiche Konzerte, Rundfunkübertragungen, Plattenaufnahmen und Fernsehübertragungen über die Grenzen Fraureuths hinaus bekannt,

silbermannorgel Fraureuth

Das Orgelwerk erhielt 20 Stimmen mit 1134 Pfeifen. Während die großen Pfeifen (acht und sechzehn Fuß) aus Tannenholz sind, wurden die übrigen aus Englisch Zinn gefertigt. Die Tasten der beiden Klaviere bestehen aus schwarzem Eibenholz und Elfenbein. Der Westvorbau der Kirche mit Bälgerkammer wurde eigens für die zwei zur Winderzeugung benötigten Bälge errichtet. (1934 wurde einer der Bälge beim Einbau eines elektrischen Gebläses stillgelegt). Nach Angaben und unter Aufsicht Silbermanns übernahm der Greizer Maler August Meister die Anfertigung und Bemalung des Orgelgehäuses mit seinem barocken Schnitzwerk.

Die Gemeinde Fraureuth übernahm die Erstellungskosten von 800 Talern zu den vereinbarten Terminen, gab Silbermann und seinen Gehilfen freie Logis, stellte Werkräume Brennmaterial und Handlanger zur Verfügung und bot freie Ab- und Zufuhr von und nach Freiberg.

Nach einem halben Jahr teilte Silbermann dem Fraureuther Pfarrer Rothe mit, daß er mit der Arbeit an der Orgel begonnen habe. Da er seit 1738 jedoch an der großen Orgel zu Zittau und an den Orgeln zu Großhartmannsdorf und Zöblitz beschäftigt war, bat er die Fraureuther um Besorgung von Brettern und Pfosten und gab Maße und Qualität genau an.

Erst kurz vor Erntebeginn 1742 können die Fraureuther Silbermann, seine Gehilfen und das Material von Freiberg abholen,

Er stellte von August bis November 1742 die Orgel in der Kirche auf. Für diese Zeit der Bauvollendung wurden ihm die Räume im ehemaligen Gut Zierold zur Verfügung gestellt.

website design software